Tränenreicher Abschied von Frau Schümann

27. Januar 2016

Kategorien:News

Maria Schümann zum Abschied – Ein paar Worte von Thomas Weinknecht im Namen des gesamten Kollegiums

(26.01.16)

Liebe Maria,                                                        000002

als ältestes Mitglied des Kollegiums wurde ich gebeten, heute ein paar Worte zu sprechen, was ich gerne tue.

Als Dich das damalige Kollegium im Jahre 2000 mit großer Mehrheit zu unserer Schulleiterin wählte (ja, das konnte die Gesamtkonferenz damals noch!!!) erhieltest du eine große Mehrheit.

Du warst eine von uns und hattest dich jahrelang im Jahrgangsteam, als Jahrgangssprecherin, vor allem aber in der Reformgruppe „Kassel-Waldau“ engagiert, die zentrale Bausteine für unsere künftige Gesamtschule plante.

Die Wahl damals war selbstverständlich geheim, aber ich lüfte heute ein Geheimnis:

Maria, auch ich habe dich gewählt und ich habe es keinen Tag bereut und ich bin mir sicher: Würden wir die Wahl heute wiederholen, sie fiele ähnlich aus wie damals…

Schon früh spürten wir, dass unsere Wahl eine richtige war, obwohl

dein Start kein einfacher war, zwei aktive Kollegen waren in den Sommerferien verstorben und einige andere ernsthaft erkrankt. Das Kollegium war verunsichert, ob nicht Gebäude-Altlasten daran mit Schuld seien.

Du nahmst diese Ängste sensibel auf und fordertest das Kollegium auf, auf seine Kräfte zu achten.

Vor allem aber schafftest du es, unserer Schule ein Profil zu geben, das nicht zufällig „Gesundheit und Bewegung“ lautete, wobei es dir sehr wichtig war, alle Beteiligten anzusprechen und mitzunehmen.

Das gelang dir hervorragend durch deine offene, demokratische Art, die auf Geduld, Toleranz und Überzeugungskraft setzte.

Zu drei besonderen Stärken von dir möchte ich nun ein paar Worte sagen:

  • Deine legendäre Verlässlichkeit
  • Stets liegt pünktlich ein Jahresplan vor, der alle wesentlichen Aktivitäten und Termine des Schuljahres enthält und immer wieder aktualisiert wird (da hörte man von anderen Schulen ganz andere Dinge, z.B.: „Der Stundenplan ist noch nicht fertig“ – Tage nachdem der Unterricht begonnen hatte. „Jahresplanung? Nicht bei uns!“)
  • Du warst dir auch für die nervige Detailarbeit nicht zu schade:

Ein Beispiel nur: Wie vielen Kollegen hast du z.B. bei MyFune geholfen, die Daten des verschwundenen Schülers wieder zu finden und einzusetzen, egal, wem das passiert war, egal, wie spät es war…

  • Du konntest aber auch richtig hartnäckig sein, wenn es für dich (und die Schule) wichtig war: Die Einführung von itslearning an der GSW zeigte das besonders deutlich, da hast du Schulter an Schulter mit KP Meyer gegen Widerstände im Kollegium und im Personalrat gekämpft und das Programm hier etabliert. Das wolltest du vor deinem Ausscheiden unbedingt noch auf den Weg gebracht haben…
  • Gefühlt warst du „immer da“: Frühmorgens wurde jeder Kollege namentlich gutgelaunt begrüßt (obwohl das , wie du mir kürzlich gestanden hast, nicht deine Zeit sei) spätabends erreichte uns noch so manche Email von dir…

Genauso zu loben wie deine Verlässlichkeit ist aber auch deine Fürsorge für uns  KollegInnen:

  • Du hattest für jede /jeden ein offenes Ohr, halfst bei Konflikten, Krankheiten und Krisen
  • Vor allem aber beherrschtest du die kleinen, aber so wichtigen Gesten des Alltags: Weder wurden von dir Geburtstage, Jubiläen oder wichtige Familienereignisse vergessen noch die Blumen zum Einstand oder zur Verabschiedung, stets begleitet von ein paar freundlichen Worten
  • Lob und Dank waren zentrale Begleiter deiner Tätigkeit über all die Jahre und waren immer ernst gemeint und stammten nicht etwa aus dem „Leitfaden der Personalführung“

Deine demokratisch-engagierte Grundeinstellung:

  • Du sorgtest für eine offene Gesprächssituation auf Augenhöhe, nicht nur in Einzelgesprächen und auf den zahlreichen Versammlungen und Konferenzen, sondern auch bei abweichenden Meinungen, wo du deine Position stets begründet vertratst; an direktive „Anweisungen“ der Schulleiterin, die keinen Widerspruch duldete, kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.
  • Besonders hat mich beeindruckt, welche hohe Bedeutung du der Gesamtkonferenz nach wie vor beimisst, auch wenn der Gesetzgeber diese mit dem Schulgesetz von 2007 deutlich verringert hat.

 

Dir war wichtig, dass auf der GK alle wesentlichen Fragen, das Schulleben betreffend, angesprochen und zur Abstimmung gestellt wurden.

Als dir vor einigen Monaten die Konzentration und Disziplin dort abhanden zu kommen schien, machtest du dich für eine veränderte Sitzordnung und einen neuen Ort stark, was prompt zu verbesserter Atmosphäre führte.

Formal Vorsitzende, legtest du nie Wert auf die Leitung, sondern ließest das Kollegium darüber befinden, wer diese wichtige Aufgabe übernehmen sollte. (Zuletzt hatten wir 4 Bewerber, so viele wie noch nie!!!)

Selbst als dir das Kollegium dort einmal nicht folgen wollte (Es ging um eines der zahlreichen Reformvorhaben, dem wir uns anschließen sollten) und dein Antrag keine Mehrheit erhielt, unterwarfst du dich diesem Beschluss (was dir sehr schwer fiel, wie man in den Tagen darauf merkte) und ordnetest die Teilnahme als Schulleiterin nicht einfach an; das verbot dir dein demokratisches Selbstverständnis.

  • Dein Einsatz für unsere Schule und die allgemeine Bildungssituation im Bremer Westen ist bekannt.

Du engagiertest dich über all die Jahre in zahlreichen Gremien   und begleitetest uns mutig auf einer Demonstration durch den Stadtteil, auf dem wir (Schüler, Lehrer und Eltern)dem Senat die „Rote Karte“ zeigte – für uns Lehrer mehr oder weniger folgenlos- du erhieltest ein Dienstgespräch und eine Rüge…

  • Zuletzt kämpftest du mit dem Kollegium und zahlreichen Menschen des Stadtteils für einen neuen Standort einer Oberschule am Ohlenhof, vor allem aber auch für den Erhalt der 4-Zügigkeit unserer Schule, deren Zerschlagung unabsehbare Nachteile mit sich bringen würde.

 

Liebe Maria,

Schaut man sich das heutige Kollegium an, sitzt hier kaum einer, der hier schon vor 10,12 Jahren gesessen hat.

  • Die Alten gingen, die Jungen kamen. Ein tiefgreifender Generationswechsel war unter deiner Leitung erfolgt.
  • Die GSW aber blieb das, was sie all die Jahre über war:

Ein Ort, an dem gut gelernt, engagiert gearbeitet und friedlich gelebt wird.

Ein Ort, an dem sich alle gern aufhalten, der auch Heimat ist und Perspektiven für`s Leben schafft.

 

Maria, das ist dein Werk (und natürlich auch das des Kollegiums und aller Mitarbeiter) und dafür danken wir alle dir sehr herzlich!!!

  • Wir alle wünschen dir nun einen guten Einstieg ins Pensionärs Leben, Gesundheit und Kraft, die alten Dinge loszulassen und- allmählich- neue Dinge zu entdecken, die dein Leben erfüllen und bereichern!!!

(Für das Kollegium: Thomas Weinknecht)

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