Ein Jahr als Vertrauenslehrer – im Gespräch mit Herrn Bedir

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Was macht ein Vertrauenslehrer eigentlich, wenn Schüler:innen mit persönlichen Problemen zu ihm kommen? Wie wichtig ist es, ihnen einfach zuzuhören? Und welche Erfahrungen nimmt ein Vertrauenslehrer aus seinem ersten Jahr mit?

Um diesen Fragen nachzugehen, haben wir mit Herrn Bedir über sein Jahr als Vertrauenslehrer gesprochen. Dabei wurde schnell deutlich, dass deutlich mehr Schüler:innen seine Unterstützung gesucht haben, als er zunächst erwartet hatte.

„Dass tatsächlich so viele auf mich zugekommen sind, das hätte ich gar nicht so erwartet“, erzählt Herr Bedir. Viele Schüler:innen hätten ihn mit sehr persönlichen oder privaten Anliegen angesprochen. Dabei ging es häufig um Probleme im Freundeskreis oder darum, sich innerhalb einer Klasse oder Gruppe ausgeschlossen zu fühlen. Manche hätten sich auch einfach jemanden gewünscht, der ihnen zuhört.

Genau darin sieht Herr Bedir eine seiner wichtigsten Aufgaben. Er möchte Schüler:innen die Möglichkeit geben, Dinge anzusprechen, die sie vielleicht in ihrem privaten Umfeld nicht erzählen können. Dabei sei es besonders wichtig, die Gespräche vertraulich zu behandeln und den Schüler:innen das Gefühl zu geben, ernst genommen zu werden.

Ob er den Schüler:innen tatsächlich helfen konnte, erkennt er laut eigener Aussage nicht nur daran, dass ein Problem gelöst wird. Auch die Stimmung nach einem Gespräch spiele eine wichtige Rolle: Wenn jemand traurig oder niedergeschlagen zu ihm komme und anschließend selbstbewusster und zuversichtlicher wieder gehe, sei das für ihn ein Zeichen, geholfen zu haben.

Eine besondere Herausforderung sei für ihn der professionelle Umgang mit sehr persönlichen Informationen. Als Vertrauenslehrer müsse er wissen, wie er mit solchen Situationen umgeht und gleichzeitig die Vertraulichkeit der Gespräche gewährleisten.

Trotzdem blickt Herr Bedir positiv auf sein erstes Jahr zurück.

Seine Entscheidung, überhaupt als Vertrauenslehrer zu kandidieren, hatte auch mit den bisherigen Erfahrungen mit seinen Schüler:innen zu tun. Er sei bereits zuvor häufig dafür gelobt worden, dass er Schüler:innen zuhöre und sie ernst nehme. „Ich glaube, das ist eine besondere Stärke von mir“, sagt er. Für ihn steckt hinter einem scheinbar einfachen „Mir geht’s so“ manchmal deutlich mehr, als zunächst zu erkennen ist.

Durch seine Tätigkeit habe sich seine Sicht auf die Schüler:innen selbst nicht verändert. Seine Sicht auf Schule dagegen schon. Schule bestehe für ihn aus mehr als Unterricht und den 45 Minuten im Klassenraum. Lehrer:innen könnten einen großen Einfluss darauf haben, wie sich Schüler:innen entwickeln – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.

Und wie geht es im nächsten Schuljahr weiter? Hier gibt es eine klare Antwort: Herr Bedir möchte auf jeden Fall erneut für das Amt kandidieren.

Bericht: Robert Chalupka, Klasse 9A

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