Basis der Zertifizierung ist der „DGE- Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder und in Schulen“.

Doch was bedeutet das konkret für die Verpflegung der Kinder?

Mit der erfolgreich bestandenen DGE- Zertifizierung wird sichergestellt, dass unser Essen nach den aktuellen Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft zusammengestellt wird. Insgesamt werden die Qualitätsbereiche

               * Lebensmittel

               * Speisenplanung und

               * Speisenherstellung                                                                                          überprüft.

Hier einige Beispiele für den Qualitätsbereich „Lebensmittel“ in der Mittagsverpflegung. 

Die Angaben beziehen sich auf 20 Vollverpflegungstage.

               * es gibt 20 x abwechselnd Speisekartoffeln, Parboiled Reis, Teigwaren, Brot, Brötchen und an                      Getreideprodukte- davon mind. 4 x Vollkornprodukte

               * es gibt 20 x Gemüse oder Salat- davon mind. 8 x Rohkost oder Salat

               * mind. 8 x Obst frisch oder tiefgekühlt ohne Zuckerzusatz

               * mind. 8 x Milch und Milchprodukte

               * max. 8 x Fleisch/ Wurst- davon mind. 4 x mageres Muskelfleisch

                 (wie Putenbrust, Hähnchenschnitzel  oder Rinderbraten)

               * mind. 4 x Seefisch aus kontrolliertem Fang- davon mind. 2 x fettreicher Seefisch

In den Qualitätsbereichen „Speisenplanung- und Speisenherstellung“ wird u.a. auf eine fettarme und nährstoffschonende Zubereitung geachtet, frittierte und/oder panierte Produkte werden max. 4 x innerhalb von 20 Verpflegungstagen angeboten. Zucker und Jodsalz werden sparsam eingesetzt, frische oder tiefgekühlte Kräuter werden zum Würzen bevorzugt. Von Bedeutung ist zudem ein saisonales Angebot an Lebensmitteln, die Berücksichtigung kulturspezifischer und regionaler Essgewohnheiten sowie religöser Aspekte.

 

DGE Standards Schule

 

AKTUELLES von der DGE

Ernährungs-Umschau 04/2015

Quelle: https://www.ernaehrungs-umschau.de/print-artikel/15-04-2015-schulverpflegung-in-deutschland-rahmenbedingungen-problemfelder-und-moegliches-berufsfeld-fuer-ernaehrungsfachkraefte/

Schulverpflegung in Deutschland – Rahmenbedingungen, Problemfelder und mögliches Berufsfeld für Ernährungsfachkräfte?

Interview mit Christoph Bier, Leiter Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Saarland und Sprecher der Vernetzungsstellen Schulverpflegung

Herr Bier, als Sprecher der Vernetzungsstellen Schulverpflegung in Deutschland haben Sie den Überblick: Wie bewerten Sie aktuell die Rahmenbedingungen und den Stand der Schulverpflegung in Deutschland?

Bier: Das ist sehr unterschiedlich in den einzelnen Bundesländern zu bewerten. Dass zwei Bundesländer, Berlin und Saarland, den DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung (DGE-QSS) verbindlich eingeführt haben, ist natürlich positiv zu bewerten. An der jeweiligen Implementierung zeigen sich aber auch die strukturellen Unterschiede zwischen den Ländern. Während in Berlin der DGE-QSS über ein einheitliches Ausschreibungsverfahren, das gesetzlich geregelt ist, in den Grundschulen Einzug gehalten hat, wurde im Saarland der DGE-QSS über die Ganztagsschulverordnung und das Förderprogramm Freiwillige Ganztagsschule verbindlich für alle Ganztagssschulen eingeführt.

Langfristig muss die Qualität der Schulverpflegung in den Bildungsgesetzen und Bildungsprogrammen der Länder geregelt werden. Das alleine ist aber noch keine Garantie für eine gute Schulverpflegung, im Sinne von „ernährungsphysiologisch ausgewogen“ und hoher Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern. Dazu muss bei nahezu allen Akteuren eine deutlich höhere Professionalität erreicht werden. Dies betrifft Planung, Vergabe, aber auch die Durchführung der Schulverpflegung. Es müssen außerdem Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle entwickelt und umgesetzt werden. Diese müssen allerdings auch einen niedrigschwelligen Zugang bspw. für die Schulleiter ermöglichen. 

Und an welcher Stellschraube müsste man Ihrer Meinung nach drehen, damit Schulverpflegung langfristig an Schulen integriert werden kann?

Bier: Schulverpflegung darf nicht bloß als Versorgungsauftrag verstanden, sondern muss als Bildungsthema verstanden, gestaltet und pädagogisch begleitet werden. Dementsprechend muss Ernährungs- und Verbraucherbildung fest in den Lehrplänen aller Schulformen verankert werden.

 
Vollständiges Interview
Ernährungs-Umschau 04/2015
Interwiev 15.04.2015.pdf (385.49KB)

Berlin, November 2014

Quelle: http://www.dge.de/nachrichten/detail/neuauflage-des-dge-qualitaetsstandard-fuer-die-schulverpflegung/

Neuauflage des DGE-Qualitäts­standard für die Schulverpflegung

 

Minister Schmidt plant bundesweite Qualitätsoffensive

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat den „DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung“ überarbeitet und am 25. November 2014 als Neuauflage auf dem Bundeskongress Schulverpflegung 2014 in Berlin vorgelegt. Bundesernährungsminister Christian Schmidt ruft auf dem Kongress zu einer gemeinsamen Qualitätsoffensive für eine bessere Schulverpflegung auf. Dazu soll ein Nationales Kompetenzzentrum für Schulessen bei der DGE eingerichtet werden.

Dass Qualität und Akzeptanz von Schulessen bundesweit nicht auf einheitlichem Niveau sind, zeigen die Ergebnisse der auf dem Kongress vorgestellten Erhebung zur Qualität der Schulverpflegung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Schmidt schlussfolgerte daher, dass es Ziel sein müsse, die Verpflegung in Schulen zu optimieren. Bund, Länder, Kommunen und Schulen sollen dafür stärker zusammenarbeiten und die Qualitätsoffensive vorantreiben. Einen Ansatz zur Strategie lieferte der Bundesminister mit folgenden Vorschlägen: Qualitätsstandards müssen bundesweit in Ausschreibungen integriert sein, flächendeckende Qualitätskontrollen sind erforderlich und ein Nationales Kompetenzzentrum für Schulverpflegung soll bei der DGE etabliert werden.

Prof. Dr. Helmut Heseker, Präsident der DGE, begrüßt die Errichtung des Kompetenzzentrums Schulessen bei der DGE und betont: „Die DGE kann damit ihre Aktivitäten forcieren, vor allem auch im Hinblick auf eine verbindliche Verankerung und Einhaltung in allen Bundesländern. Damit kommen wir dem Ziel, dass Deutschland in punkto Schulessen in der ersten Reihe sitzt, einen großen Schritt näher!“

Der DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung gibt Verantwortlichen der Schulverpflegung einen Rahmen zur optimalen Gestaltung des Verpflegungsangebots und Qualitätssicherung an die Hand. Er liefert damit die Grundlage zur Umsetzung eines vollwertigen Verpflegungsangebots. Mit seiner Aktualisierung liegt die 4. Auflage dieses Werks vor. Die Neuauflage berücksichtigt die aktualisierten D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr und gibt diese für die zwei Altersstufen, Primar- und Sekundarstufe, an. Kennzeichnungsvorschriften der Allergene nach der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 sind in den rechtlichen Grundlagen ergänzt. Ein separates Kapitel widmet sich den Aspekten der Nachhaltigkeit und betrachtet die Bedeutung von Gesundheit, Ökologie, Gesellschaft und Wirtschaftlichkeit in der Gemeinschaftsverpflegung.

Mit Unterstützung des Bundes beschäftigt sich die DGE seit 2003 intensiv mit dem Thema Schulverpflegung. Sie verfügt über ein intaktes, bundesweites Netzwerk im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung. In Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft und Praxis erarbeitete und veröffentlichte die Fachgesellschaft 2007 den ersten DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung. Seitdem steht der Standard Entscheidungsträgern, Essensanbietern als kompetenter Handlungsleitfaden und als Ausschreibungsgrundlage zur Verfügung. Schulen können bei der DGE auf umfangreiche Hilfestellungen zur Umsetzung des Qualitätsstandards zurückgreifen.